Schon beim Start ist klar: Diese Tour ist nichts für nebenbei. Wir rollen in Port de Pollença los, am vorletzten Kreisverkehr in Richtung Cap Formentor. Links liegt der große Wanderparkplatz zur
Cala Bóquer – hier klicken wir ein, prüfen noch einmal Helm und Schuhe … und dann geht’s los.
Die ersten 1,5 Kilometer bis zum nächsten Kreisverkehr sind kaum mehr als ein kurzes Einrollen. Kaum warm gefahren, beginnt auch schon die erste Prüfung: Die schmale Bergstraße windet sich in Serpentinen nach oben, anfangs noch freundlich, dann zunehmend fordernder. Rechter Hand öffnet sich der Blick über den Hafen von Pollença – ein kurzer Moment zum Durchatmen, bevor die Steigung wieder zweistellig wird.
Auf 3,5 Kilometern sammeln wir rund 200 Höhenmeter, bis wir den Coll de la Creueta erreichen. Kurze, knackige Rampen brennen in den Beinen, doch oben wartet die Belohnung.
Oben am Pass gibt es einen Parkplatz, einen kleinen Kiosk und eine Aussichtsplattform. Ein perfekter Ort für einen ersten Stopp – oder zumindest für ein tiefes Durchatmen. Denn was jetzt kommt, ist ganz großes Kino.
Die nächsten vier Kilometer führen bergab auf die Halbinsel Formentor. Enge Serpentinen, teilweise echte 180°-Kehren, verlangen volle Konzentration. Begegnet einem hier ein Bus, heißt es manchmal: stehen bleiben und warten, bis die Kurve frei ist. Der Blick auf die zerklüfteten Felsen und das tiefblaue Meer während der gesamten Abfahrt ist schlicht atemberaubend. Also immer locker bleiben, Tempo rausnehmen und die Landschaft wirken lassen. 😍
Am großen Parkplatz von Formentor vorbei geht es weiter Richtung Ziel. In der Hauptsaison ist die Straße ab hier für private Pkw gesperrt – ein echter Luxus für uns Radfahrer. Ab jetzt gehören die letzten rund 11 Kilometer fast ganz uns.
Der Asphalt ist hervorragend, die Strecke wellig. Kurze, giftige Anstiege sorgen dafür, dass der Puls nicht einschläft. Etwa 1,5 Kilometer vor dem Leuchtturm stehen oft Fotografen am Straßenrand und schießen Bilder von Rennradfahrern auf der finalen Abfahrt – ein kleines Profi-Gefühl inklusive. 😉
Am Cap Formentor angekommen, reihen sich unsere Räder zu dutzenden anderen. Wir gönnen uns eine ausgedehnte Pause auf der Restaurantterrasse – mit Blick auf Meer, Felsen und Himmel. Mehr Mallorca geht kaum.
Der Rückweg ist ein ständiges bergauf–bergab, wirkt aber deutlich entspannter als der Hinweg. Die Anstiege kommen bekannt vor, der Kopf ist frei, die Beine im Rhythmus.
An der
Cala Formentor können wir nicht widerstehen. Ein kurzer Stopp muss sein: feiner Sand, kristallklares Wasser und diese gewaltige Bergkulisse – ein Ort, der selbst nach vielen Mallorca-Besuchen noch sprachlos macht.
Jetzt heißt es noch einmal: Zähne zusammenbeißen. Der letzte Anstieg zurück zum Coll de la Creueta fordert erneut rund 200 Höhenmeter, fast ohne echte Erholungsphasen. Die Kehren helfen – nicht nur mental. Oben angekommen, gibt’s am Kiosk eine kleine Erfrischung, vielleicht ein kaltes Getränk, definitiv ein zufriedenes Grinsen.
Danach rollen wir die vier Kilometer Abfahrt entspannt zurück nach Port de Pollença. Beine locker, Kopf voller Eindrücke – so muss das sein. 😎

Tourenprofil: Rennradtour zum Cap Formentor

Streckenverlauf: Port de Pollença - Cap Formentor
Diese Rennradtour ist anspruchsvoll, spektakulär und absolut ikonisch. Ideal ist sie im Mai, Juni oder Oktober, wenn es nicht zu heiß ist und weniger Verkehr herrscht. Die Anstiege verlangen eine gute Grundkondition, belohnen aber mit grandiosen Ausblicken bis weit über das Meer hinaus.
Die Serpentinenstraße nach Formentor ist ein echtes Highlight und gehört zu den schönsten Rennradstrecken Mallorcas. Nach der Tour gibt es kaum etwas Besseres als eine entspannte Pause an der Hafenpromenade von Port de Pollença – Espresso in der Hand, Sonne im Gesicht, Glück in den Beinen.
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